Eine Vertrauensfrage – Martin Abels

Eine Vertrauensfrage

Das Zusammenstellen und Rollen meiner eigenen Köder gehört für mich seit meinen Anfängen um die Jahrtausendwende untrennbar zu meiner Angelei. Das Hobby im Hobby sozusagen. Mit der Zeit wurde auch das Rollequipment den immer größer werdenden, benötigten Mengen an Boilies angepasst und weiter optimiert. Zusammen mit zwei Kumpels hatten wir so eine ganz gut laufende, mobile Rollstraße, mit der wir zwei- bis dreimal im Jahr unseren Jahresbedarf abrollten. Aufgrund persönlicher Umstände hat sich diese Rollgemeinschaft zum Anfang dieses Jahres leider aufgelöst und mit ihr wurden auch sämtliche Gerätschaften verkauft. Bis in den Juni hinein kam ich mit meinem Vorrat zwar noch gut aus, jedoch wuchs die Dringlichkeit der Frage, wie es danach weitergehen sollte von Tag zu Tag. Auch die Köderfrage für den anstehenden Frankreichtrip im Juli beschäftigte mich zunehmend.

Bei einer spontanen Nacht an einem gemeinsamen Vereinsgewässer erzählt ich Jonas von meinem Dilemma und er mir Einiges von den Produkten und der Firmenphilosophie der Bait Fabrik. Außerdem gab er mir Proben des Essential Orange und des White Balls mit und stellte im Weiteren den Kontakt zu Thomas her. An dieser Stelle nochmals vielen Dank dafür.
Die Proben wurden auch umgehend von mir, damals noch mit den letzten Resten meiner Eigenproduktion, eingesetzt. Und das mit gewichtigem Erfolg. So hatten die Kugeln schonmal den benötigten Vertrauensvorschuss, der wohl bei keiner anderen Variablen in unserem Hobby so wichtig ist wie beim Futter.

Im Anschluss daran setzte ich mich direkt mit Thomas in Verbindung und bei einem ausgiebigen und wirklich netten Gespräch wurde mir schnell klar: Der Mann weiß was er tut und wovon er redet und ist mit absoluter Leidenschaft bei der Sache. Schlussendlich bestellte ich eine Palette Corn Balls mit einer kleinen Abwandlung und noch einige Säcke White Balls als Eyecatcher. Aufgrund des großen Brassenvorkommens in meinen heimischen Baggerseen und der Krebs- und Welsgefahr im warmen Süden, entscheid ich mich ganz bewusst für einen Kohlenhydratboilie ohne Fischmehlanteil.

Bevor ich jedoch alles auf eine Karte setzte, wollte ich die ganze Sache nochmal an einem, mir wohlbekannten großen Baggersee testen und mir im Idealfall den Vertrauensvorschuss noch vergrößern. Da die Laichzeit nun seit etwa zwei Wochen vorüber war, fütterte ich einen Spot im tiefen Wasserkörper des Sees mit direkter Anbindung zum Laichgebiet zweimal mit einer 80/20 Mischung bestehend aus Corn- und White Balls und einigen Tigers großzügig vor. Wie fast immer, wenn ich einen Platz vorfüttere, weiche ich bei der der letzten Fütterung eine ordentliche Portion der Boilies in Seewasser ein. So imitiere ich älteres und damit potentiell sicheres Futter für die erfahrenen Fische. Außerdem habe ich den Eindruck, dass die vorgeweichten Boilies von den Karpfen noch weitaus gieriger genommen und schneller verstoffwechselt werden. Manchmal füge ich dem Seewasser auch noch ganz bestimmte Attraktoren hinzu, die so richtig tief in den Köder aufgesaugt und im Anschluss über einen wesentlich längeren Zeitraum wieder freigesetzt werden. In diesem Fall beschränkte ich mich lediglich auf einen Teil Tigernusssud, der den Fermentierungsprozess auch bei den Boilies in Gang setzt und die Attraktivität nochmals steigert. Die Corn Balls haben sich, aufgrund ihrer Zusammensetzung und der Verwendung von teils bereits fermentierten Getreidemehlen für diese Vorgehensweise als ideal herausgestellt. Ein weiter Pluspunkt ist die anhaltende strukturelle Festigkeit bei gleichzeitiger kompletter Durchnässung des Boilies. Genau so muss ein Boilie für meine Art der Fischerei sein.

Das besagte „Testwochenende“ lief dann auch entsprechend gut und übertraf mit über 20 Fischen bis 23 Kilo meine Erwartungen bei weitem und ich konnte mit dem, so wichtigen Vertrauenspolster in Punkto Futter nach Frankreich starten.

Und auch hier wurde ich nicht enttäuscht. An jedem, von uns beangelten Gewässer fing die Corn- & White Ball Mischung ihre Fische. Auffällig war hier, dass Fische, die von nicht vorgefütterten Spots kamen und nur für 10-15 Minuten in der Sling geparkt wurden bereits einen weiß-beigen Brei auf der Matte verteilten, was die gute Darmdurchlaufzeit des Futters untermauert. Natürlich darf man bei dieser Beobachtung auch die hohe Wassertemperatur nicht ganz außer Acht lassen. Ich bin jedenfalls gespannt was die nächsten Wochen mit dieser Mischung noch bringen werden…ein paar Kilos habe ich noch übrig

Martin Abels

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