Angeln als Papa: Wenn das Hobby zur Nebensache wird

Nun endlich, recht spät schon im Jahr gibt es auch von mir mal wieder ein paar geschriebene Worte. In diesem Jahr ist alles anders. Das liegt bei mir allerdings nicht nur an Corona, sondern vor allem an der Tatsache, dass ich im April Papa geworden bin. Schon früh im Jahr standen die Vorbereitungen hierfür natürlich im Mittelpunkt. Hier und da wurde es mal eine kalte Nacht im Bus, allerdings war das nicht wirklich von Erfolg gekrönt und der Spaßfaktor hielt sich bei gerade etwas über 0 Grad auch noch stark in Grenzen. Ab etwa Mitte März war Angeln dann bei mir sowieso kein Thema mehr. Es gab nur noch eines: unsere Tochter. Die Geburt und die folgenden Wochen waren sicherlich die spannendste und bewegendste Zeit in meinem Leben. Um es kurz zu machen: 24/7 beschäftigt, kurze Nächte, turbulente Tage. Ich war völlig platt, aber trotzdem überglücklich. Doch nach einiger Zeit hatten wir uns gut eingespielt und es sollte auch mal wieder für ein paar Stunden ans Wasser gehen.

An einem Waldsee wollte ich an einem Samstagmorgen mein Glück versuchen. Woran ich nicht gedacht hatte: Es war das Vatertags Wochenende. Dementsprechend saßen Angler rund um den See. Es brauchte rund 2 Stunden Location, um eine Ecke zu finden, in der niemand angelte und ich auch noch Fische finden konnte. Nun endlich konnte das Angeln beginnen. Nach einer so langen und so intensiven Zeit ohne Angeln war es wirklich ein Erlebnis, einmal wieder mehrere Stunden die Ruhe am Wasser genießen zu können. Und tatsächlich klappte es auch gleich mit dem ersten Fisch. Kein Großer, aber das war in dem Moment für mich absolut nebensächlich. Ich hatte wieder Blut geleckt und so schaufelte ich mir in den kommenden Wochen immer wieder mal einen Morgen frei. Zum Hellwerden ging es an den See. Meist ließen sich die Fische recht gut finden und so fand auch immer der eine oder andere den Weg in meinen Kescher.

Ich genoss die Zeit am Wasser mehr denn je und freute mich über jeden einzelnen Fisch. Es ging mir schon über die letzten Jahre so: Je weniger Zeit zum Angeln, desto mehr genießt man jede Minute und desto mehr zählt jeder Fisch. Trotzdem wurde es mit den Wochen Zeit für etwas Neues. Der Waldsee schien mit den letzten Jahren doch deutlich an Bekanntheit gewonnen zu haben und wo ich früher meist allein war, standen nun am Wochenende schonmal 4-5 Zelte. Das war nicht die Angelei, nach der ich suchte und so fieberte ich den ersten wirklich warmen Wochen entgegen, die in diesem Jahr jedoch lange auf sich warten ließen. Doch dann war es soweit und endlich stimmten die Bedingungen für meine Lieblingsangelei: die Jagd an den großen Natursee. Das Wasser war noch kälter als gedacht und wir brauchten wirklich lange, um die Fische zu finden und zum Fressen zu bewegen, doch die Mühen sollten sich auszahlen.

Am ersten Tag auf dem Wasser nach einigen Ruderkilometern und mehreren Platzwechseln, durfte ich im letzten Tageslicht einen langen, urigen Schuppi keschern. Ein mega Erlebnis und mehr als genug Motivation für die nächsten Wochen. Insgesamt ging nun alles recht schnell und schon hörte man von vielen Gewässern Norddeutschlands Meldungen von laichenden Fischen. Auch bei uns am See wurde das Wasser rasch wärmer und so konnte ich eine letzte unvergessliche Session dort erleben.

Während die Milchner teilweise noch wie wild bissen, begannen die Rogner am Nachmittag bereits mit dem Laichen. Immer ein wahnsinniges Schauspiel, gerade an den großen Seen, wo man den Bestand vielleicht auch noch nicht so gut einschätzen kann. Und so verbrachte ich eine letzte Nacht inmitten laichender Fische, allein auf dem Boot, mitten auf dem See. Das bedeutet Freiheit für mich. Und am Morgen gab es als Bonus nochmal zwei lange Milchner. Ein perfekter Morgen, mit dem ich es erst einmal gut sein lassen konnte. Nun ist bei mir erstmal eine Woche Angelpause und Familienurlaub angesagt. Die Fische können sich überall in Ruhe auslaichen und dann werde ich wieder loslegen und die großen Naturseen unsicher machen. Mehr zu meiner Taktik und meinen Plänen für dieses etwas andere Jahr gibt es dann in meinem nächsten Update.

Viele Grüße euer Patrick

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