Gezieltes Füttern im Februar – by Andreas Marquardt

Gezieltes Füttern im Februar

Kann ich jetzt schon Spot´s für das zeitige Frühjahr vorbereiten? Oder macht das keinen Sinn?

Diese Fragen kann man wie so vieles beim Angeln nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten! Die letzten Jahre haben aber gezeigt, dass es durchaus Sinn machen kann so zeitig im Jahr mit dem Vorbereiten der Angelsaison zu beginnen.

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Wichtig ist es natürlich sich im Vorfeld Gedanken über sein Tun und Handeln zu machen.

Frage Nr. 1 ist zumeist: „Wo werden die Karpfen zu Beginn des Frühjahrs zuerst aktiv sein?“

Die meisten Antworten kennen wir alle: „Im flachen Uferbereich, in sonnigen windgeschützten Buchten, an den abgestorbenen Kraut- und Seerosenfeldern des Vorjahres, vor der Schilfkante“ und und und…

Meist sind solche und ähnliche Aussagen dann auch noch gestützt auf eigene Beobachtungen der vergangenen Jahre.

Aber ist dem wirklich so? Ich bin der Meinung, dass das nur die halbe Wahrheit ist!

Der erste Bereich in dem die Fische aktiv werden ist natürlich direkt an und um die Areale in denen die Karpfen überwintern, denn genau dort starten sie ihre ersten Aktivitäten.

Also beginne ich auch genau an diesen Stellen, in regelmäßigen Abständen und kleinen Mengen, mein Futter anzubieten.

Kleine Köder, wie beispielsweise unsere 6mm Base Mix Pellet´s gepaart mit 10-14mm großen Boilies, können hier ihre volle Stärke ausspielen. Durch die speziellen Eigenschaften der Pellets, gute Löslichkeit bei kalten Wassertemperaturen und damit schnelle Freigabe der Attraktoren, schaffe ich aktive Zonen welche schnell von den Fischen angenommen werden. Dazu aber später mehr.

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Füttern im Nirgendwo?

Oft wird man belächelt, wenn man in dieser Jahreszeit Futter ins Gewässer einbringt, noch dazu an Stellen, die scheinbar untypisch für die anstehende Frühjahrsangelei sind.

Im weiteren Verlauf der Futterstrategie, werden die Bereiche  immer weiter ausgedehnt und enden zumeist in den schon angesprochenen Flachwasserzonen. Das heißt jetzt aber nicht, dass ich einfach eine Futterspur vom Tiefen ins Flache ziehe und dann Fische fange. Hier denke ich weiter und sage, nicht alle Flachwasserzonen sind im Frühjahr gleichermaßen produktiv.

Woran liegt das?

Das meiste Augenmerk wird doch auf die Bereiche gelegt, welche die Sonne zuerst erwärmt. Was aber, wenn diese vom Winterplatz am Weitesten entfernt sind? Noch ist der Stoffwechsel der Fische relativ niedrig, was zur Folge hat, dass die Kräfte wohl dosiert werden müssen.

Ich gehe davon aus, dass die Fische zuerst den kürzesten Weg in wärmere Gewässerzonen wählen werden, auch wenn es nicht die Bereiche sind, die von der Sonne am stärksten erwärmt werden. Zusätzlich sollte man aber auch noch den Faktor Wind beachten. Dieser kann, wenn aus der richtigen Richtung wehend, das wärmere Wasser der sonnendurchfluteten Regionen in genau diese Areale drücken. Was sich wiederum sehr effektiv auf diese Bereiche auswirken wird.

Dieses Verhalten der Karpfen machen ich mir jetzt zu Nutze und lege die weitere Futtereinbringung genau in solche Gebiete. Dabei verschiebe ich die Futterplätze ,im besten Falle bestärkt durch erste Fänge, langsam aus den winterlichen Ruhezonen in die flacheren Bereiche. Mit zunehmender Aktivität der Fische passe ich das Futter etwas an. Durch größere Köder kann man jetzt versuchen selektiv die größeren Fische anzusprechen.

Es gibt zwar viele unterschiedliche Meinungen darüber, ob jetzt kleinere oder größere Köder auch größerer Fische fangen, aber meine Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass gerade die etwas größeren Köder immer wieder den ein oder anderen besseren Rüssler brachten. Und die meisten unter uns Karpfenanglern halten doch an Dingen fest, die funktionieren. Die Mengen bleiben aber weiterhin gering und gehen meist nicht über 18-20 mm große Boilies hinaus. Bei den Pellets sieht das Ganze schon anders aus. Hier nutze ich zu der bereits erwähnten 6 mm Größe auch einige der 30mm Base Mix Pellets aus unserer Range. Durch die unterschiedlichen Auflösezeiten halte ich meinen Platz entsprechend länger attraktiv und für die Karpfen interessant. Diverse Partikel sind ebenfalls nicht zu unterschätzen, und finden in gut dosierten Mengen den Weg ins Wasser. Hierbei bevorzuge ich zumeist Hanf und Tigernüsse.

Große Vielfalt ist ein Garant für hohe Attraktivität!

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Regelmäßige Kontrolle der Plätze ist für mich selbstverständlich. Denn nur so kann ich sicher sein, dass mein Futter auch gefressen wird!

Die klassischen, für das Frühjahr typischen Angelbereiche, lasse ich aber trotzdem nicht außer Acht und biete hier ebenfalls mein Futter an. Dadurch bleibe ich flexibel, falls die beschriebene Futterstrategie nicht die erhofften Ergebnisse bringt.

Auch konnte ich im Frühjahr oft beobachten, dass die wärmeren Bereiche zuerst von kleineren Fischen bevölkert werden und sich die alten Recken eher im Hintergrund aufhalten. Ähnliches ist auch aus wärmeren Zeiten bekannt, wenn viele kleinere Karpfen den Platz stürmen, dann ist die Rute abseits des großen Futterplatzes oft die, welche die größeren Fische fängt.

Der Ehrlichkeit halber muss ich gestehen, dass auch ich ab und an am Zweifeln bin, ob sich dieser ganze Aufwand überhaupt lohnt. Gerade wenn die Futteraktion wieder mal in Eiseskälte und Schmuddelwetter stattfinden muss. Aber wenn ich dann die Fangbücher der letzten Jahre durchblätter, weiß ich, dass sich all die Mühe lohnt. Seit ich so zeitig am Start bin, bin ich steht´s einige Wochen eher an Fisch! Früher habe auch ich meine ersten Fische erst im fortgeschrittenen Frühjahr an den klassischen Spots gefangen.

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Pünktlich mit den ersten grünen Spitzen im Schilf kommen auch die ersten dicken Fische…

Ein weiterer positiver Nebeneffekt dieser zeitigen Futterkampagnen ist mir in den letzten Jahren, speziell an meinen Hausgewässern, eher zufällig aufgefallen. Jeder kennt doch die scheinbare Vorliebe ganzer Karpfenbestände für eine bestimmte Köder- Geschmacksrichtung. Es scheint, dass in bestimmten Gewässern nur ganz bestimmte Köder akzeptiert werden. In manchen fängt man nur auf fischige Boilies, in manchen nur auf fruchtige und in wieder anderen scheinbar nur auf süße Köder. Aber natürlich bestätigen auch hier die berühmten Ausnahmen die Regel. Und dann kommt plötzlich ein Jahr in dem auf einmal alles anders läuft, und die bewährten Köder des Vorjahres gar nicht mehr funktionieren wollen.

Ich glaube, dass diese frühe Zeit im Jahr uns die perfekte Möglichkeit bietet einen bestimmten Köder in unseren Gewässern zu etablieren. Sinnvollerweise sollte dies ein Boilie mit einem ganz speziellen, möglichst einzigartigem Aufbau und Geschmack sein. Nur so können wir relativ sicher sein auch auf längere Sicht als einzige mit diesem Köder am See präsent zu sein. Aus der Boilie-Range der Bait Fabrik hat sich bei mir zum Beispiel der Cirik Milk bewährt, ich kenne derzeit keinen anderen Boilie am Markt, der mit diesem zu vergleichen wäre.

Was macht aber gerade dieses extrem zeitige Frühjahr so erfolgversprechend für diese Sache?

Ehrlich gesagt: darüber kann auch ich nur mutmaßen. Fakt ist aber, dass es funktioniert!

Vermutlich ist das im kalten Wasser noch recht spärliche natürliche Nahrungsangebot ein Fakt, der uns perfekt in die Karten spielt. Außerdem wird es jetzt wahrscheinlich noch keine anderen Angler geben, die ebenfalls Futter ins Gewässer einbringen. Wenn wir es schaffen unsere Köder anzubieten bevor der Großteil an Schnecken, Mückenlarven und sonstigem Kleingetier aktiv wird und aus seinen Winterverstecken kommt, haben wir die große Chance unsere Köder als Teil der natürlichen im See vorkommenden Nahrungspalette „an den Karpfen“ zu bringen. Aufgrund mangelnder Alternativen werden die Fische viel schneller unser Futter akzeptieren. Können sie dann noch über einen längeren Zeitraum fressen ohne dabei schlechte Erfahrungen zu machen, haben wir nicht nur einen großen Schritt in Richtung eines erfolgreichen Starts ins Frühjahr gemacht, sondern wir haben ein Ass für die komplette Saison im Ärmel!

Egal an welcher Stelle im Gewässer wir unsere Köder im Laufe des Jahres präsentieren, die Karpfen werden sofort und ohne Scheu unsere Boilies fressen. Ein großer Vorteil bei Instand-Sessions oder, wer von uns kennt es nicht, wenn unser vorbereiteter Platz wieder einmal durch einen anderen Angler besetzt ist. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass wir auch im weiteren Jahresverlauf immer wieder sporadisch und an verschiedenen Stellen unsere speziellen Boilies als Futter einbringen. Egal ob demnächst eine Session ansteht oder nicht.

Noch ein Wort zum Schluss: Macht euch nichts draus, wenn ihr von anderen Angelkollegen bei euren zeitigen Aktivitäten belächelt werdet. Denn wie sagt man so schön?  „Wer fängt hat Recht!“

 

In diesem Sinne…

Andreas

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