The Story about „Calli“ by Jan Steiniger

 

 

Es sind schon ein paar Jahre her, als ich von einem guten Angelkollegen an diesen See eingeladen wurde. Ein alter tiefer Baggersee von ca. 80ha am Niederrhein, der schon so einiges hinter sich hatte.  Der Fischbestand hält sich in Grenzen. Die Rede ist von ca. 30-40 Karpfen die ihre Bahnen dort ziehen sollten. Da ist blanken schon fast vorprogrammiert. Wirklich viel gefangen wurde an diesem See nie aber ab und zu kommen die Jungs in Fresslaune und dann gilt es da zu sein.

Die letzten Jahre sind schnell zusammen gefasst… nichts, einfach nichts! Es ist schon sehr hart, eine Woche am Stück an diesem See zu sitzen, ohne eine Aktion.

Manchmal kann man einige Fische in ihren „Holding Areas“ sehen, wie sie sich mit einien Grasern zusammen sonnten. Aber die Chance dort auf einen Biss zu hoffen liegen bei Null.

Auch in diesem Jahr wollte ich einige Nächte an diesem See verbringen, denn die Location und das Wasser sind einfach magisch und ziehen mich immer wieder an.

Nach einer super schönen Session mit meiner Freundin und einem befreundetem Pärchen, konnten wir tatsächlich innnerhalb kürzester Zeit, jeder einen Graser über den Kescherrand ziehen. Die erste Session dieses Jahr an diesem See und gleich zwei Fische, „dass fängt ja gut an“ dachte ich mir… und es waren auf jeden Fall schon mal mehr Fische als in den Jahren zuvor.

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Irgendwann sah ich mal ein Foto auf Instagram, welches mir bekannt vor kam, wo ich aber den Fisch nicht wirklich einordnen konnte. Nach einigen Recherge wurde mir bestätigt, dass es sich wohl um Calli handeln muss. Ein sehr alter Spiegler, der ca. 3 Jahre nicht mehr gefangen wurde.

Ich bin zwar nicht so der Target Hunter, aber Calli hatte es mir angetan und ich wollte ihn unbedingt haben! Also hatte ich nun auch noch einen Zielfisch in diesem verdammten A……..see.

Mein Kumpel Marvin und ich verabredeten uns und drei Wochen später sollte es wieder für ein paar Tage an den A……..see gehen.

„A……..see“ diesen Namen hatte sich dieser See in den letzten Jahren mehr als verdient, und er wird Ihn auch nicht so schnell wieder los! 😉 Als ich am See angekommen war, war einfach alles perfekt!

Es war schon spät Abends und es roch irgendwie nach Fisch. Das Wasser war warm und die Farben des Sees in der Abendsonne waren ein Traum. Schwül – warmes und konstantes Wetter, über mehrere Tage sollte es geben und ich hatte schon wieder diese Hoffnung auf einen Fisch. Wie jedes Mal, nur leider wurde ich hier ja immer enttäuscht und somit wischte ich meine Gedanken schnell wieder bei Seite.

Als ich am Swim ankam war Marvin schon da und fuhr seine Ruten auf seine ausgewählen Spots. Wir begrüßten uns und sprachen die Spotwahl noch schnell ab, bevor ich im letzten Tageslicht meine Ruten ablegen konnte. Bestückt wurden die Ruten mit einem 20mm Cray Mussel Sinker und einer Plastik Tigernuss. Ich wählte ein kleines Plateou was in ca. 2,5m Tiefe lag.

Nach getaner Arbeit saßen wir noch bis spät in die Nacht vor unseren Brollys und lauschten dem was da kommen sollte.

Dann, um 6 Uhr ca. Vollrun! Meine linke Rute hatte einen Dauerton, schnell war ich an meiner Rute, in meinem Boot und fuhr dem Fisch entgegen. Nach kurzem Drill lag ein Stück Mahagoniholz im Kescher. Ein wunderschöner Schuppi, in einer Farbe wie ich es vorher noch nie gesehen hatte. Ein perfekter Fisch in seinem prächtigen Laichgewant. Keine Macken, einfach eine Schönheit.

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Nach kurzer Fotosession durfte er wieder seine Bahnen ziehen und nach einem Kaffee fuhr ich die Rute schnell wieder auf den Spot, denn die Fische schienen zu fressen. Marvin fing langsam an abzutackeln, da er sich auf einen Frankreich Tripp mit Freunden vorbereiten musste. Als Marvin auf dem Boot saß rief er mir noch zu „Steini, zieh den Calli mal raus, wird langsam mal wieder Zeit!!“

Ich dachte mir „ja, das wäre was, nach dem Run heute Morgen“ Im Geheimen hoffte ich bei diesem Drill ja schon, dass er es ist. Aber ich denke das ist normal, wenn man sich so drin verbissen hat den einen besonderen Fisch zu fangen.

„Wie er wohl aussieht, mit seinen zwei Schuppen auf der Flanke, wenn er in meinem Kescher liegen sollte? Naja… irgendwann wird er kommen, wenn die Zeit dafür reif ist.“

Da saß ich nun, total zu frieden mit einem Fisch aus diesem See auf der Habenseite und dachte mir, der Rest ist Bonus. Am späten Nachmittag, es war so heiß und schwül, beobachtete ich das Treiben am See.

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Und während ich so in Gedanken war… Drop Back!! Zwei Pieper, wieder an der linken Rute. Schnell war ich dran und kurbelte wie ein Irrer lose Schnur ein. Nichts, einfach nichts!

„Das kann doch nicht war sein“! dachte ich mir, stieg trotzdem ins Boot und fuhr der Schnur entlang. In der Ferne konnte ich was an der Oberfläche erkennen. Sah aus wie eine Plastiktüte. Als ich dann näher kam traute ich meinen Augen nicht, da lag ER als würde er nur darauf warten, dass ich ihn abholen würde „CALLI“.

Ich sah die zwei Schuppen und mir wurde ganz schlecht. Jetzt bekomme ich noch Gänsehaut, während ich diese Zeilen schreibe.

„Jetzt bloß nicht verlieren“!!! Schnell hatte ich ihn im Kescher und die Freude war unglaublich, dass mein ganzes Adrenalin in meinem Körper mit einem Schrei über den See schoß. Ich konnte es einfach nicht fassen… ich hatte wirklich Calli gefangen.

Am Ufer angekommen wurde der Fisch schnell gewogen, ich traute meinen Augen nicht, er war sogar mein German PB mit unglaublichen 26.2 Kg.

Nach dem ich alle die es wissen sollten über meinen Fang informiert hatte hörte ich ein Motorboot, was auch wenig später direkt vor meinen Angelplatz anhielt. Zwei Muskelpakete forderten mich freundlich auf den Angelplatz zu räumen, da der Besitzer vom Kieswerk gewechselt hatte, war nun ab sofort auf dem Gelände Angelverbot.

Nach einem kurzen Gespräch gewehrte mir die Security noch ein paar Stunden, bis die Nachtschicht am Werk auftauchen würde, und somit hatte ich noch Zeit jemanden zu finden der für mich die Fotos schießen konnte.

Sascha, der auch für die Bait Fabrik Familie angelt, erklärte sich sofort dazu bereit mit ein paar kühlen Bierchen auf den Fisch anzustoßen. Die Fotosession war einmalig und wir genossen sehr diesen Moment.

Es war so unglaublich was die letzten Stunden passiert war, dass es sehr schwer in Worte zu fassen ist.

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In diesem Sinne… Keep it simple!

 

Steini

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