Hitzeschlacht im Süden Frankreichs – by Jonas Hillebrands

Hitzeschlacht im Süden Frankreichs

Mitten im heißen Juli des Jahres fuhr ich spät abends mit vollgepackten Bus in Richtung niederländische Grenze. Mein erstes Ziel lag 1250km vor mir und ich war wie immer voller Tatendrang und motiviert bis zum obersten Level. Ich hatte mit meinen Freunden Sascha und Rudi vereinbart, dass ich zwei Tage vor ihnen aufbrechen würde, um möglichen Wochenendanglern aus Frankreich zuvor zu kommen bezüglich der mögliche Platzwahl.
Die Wochen zuvor stand der übliche Wahnsinn auf dem Programm, wobei dies schon in all den vielen Jahren bei mir eher zur Routine geworden war. Viele verfluchen das eigentliche Packen und Sortieren der Ausrüstung, für mich einfach nur die pure Entspannung und das Zeichen, dass die jeweiligen Trips nun endlich starten können.
Futtertechnisch stellte ich mich dieses Mal breitflächiger auf. Normalerweise benutze ich zwei, maximal drei verschiedene Sorten unserer Ranges. Bewusst nahm ich dieses Mal gleich vier verschiedene Sorten mit in allen möglichen Farben, Durchmessern und vor allem Formen. Wer mich kennt weiß, dass ich eher selten runde Boilies fische, da ich überzeugt bin, dass unsere spezielle Kissenform auf Dauer schon den Unterschied machen kann. Fish Blood and Hot, White Balls, unser BCX Food Concept und unsere Wunderwaffe Ciric Milk landeten letztendlich in den Weiten des Busses. Zusätzlich noch ein wenig Hanf zum Aktivieren der Spots und natürlich Tigernüsse.
Nach einer wieder Mals ruhigen und entspannten Fahrt kam ich knapp 17 Stunden später am ersten See an. Eingebettet in den Ausläufern der Pyrenäen zog sich der Stausee einige Kilometer in das Landesinnere. Über Google Maps machten wir in unserem vorherigen Treffen einige Stellen aus, welche ich versuchte anzufahren. Und gleich unsere bevorzugte Stelle war frei, wobei die Anfahrt mit dem Auto recht abenteuerlich sich gestaltete. Grundsätzlich war wenig bis gar nichts los an dem See, was andere Karpfenangler anging. In den nächsten Tagen sollte sich dann auch zeigen, warum dies der Fall war.

[us_single_image image=“14971″ size=“tnail-masonry“ align=“center“]

Beim Einrichten des Platzes fielen mir die ersten rollenden und springenden Fische direkt auf. Jackpot! Beim genaueren Beobachten der flach auslaufenden Stelle sah ich bereits die ersten Fische, welche sich im warmen seichten Wasser sonnten. Auffällig war nur, dass die größten Fische vielleicht maximal drei Kilogramm schwer waren. Aber ein guter Anfang allemal!
Ich war nach circa zwei Stunden auch bereits dabei, nach einer ersten Erkundungstour, die ersten Ruten abzulegen und die ersten Stellen auch unter Futter zu setzen. Es dauerte keine 30 Minuten als die erste Rute tatsächlich auch ablief. Die meisten können sich jetzt vorstellen was an anderen Ende sich den Ciric Milk hat schmecken lassen. Ein Kamerad der Größenordnung „Forelle“…

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Wie reagiert man nun? Ich war sichtlich hin und her gerissen was die Gefühlslage anging. Zum einen konnte ich froh sein, so schnell eine Rückmeldung zu bekommen, zum anderen ahnte ich bereits, dass die kleinen Fische ein echtes Problem auf Dauer darstellen konnten. Das Feedback wurde natürlich direkt an die Jungs geliefert, welche zu dem damaligen Zeitpunkt damit beschäftigt waren ihre Autos zu packen. Im Grunde war ich aber froh, schließlich ist es ja auch durchaus möglich, ganz kleine Fische auszusortieren, bezogen auf die Wahl der Köder und deren Größe.
Am nächsten Morgen hatte ich dann bereits fünf Karpfen gefangen, der größte war der erste an diesem See. Die Entscheidung der Köderänderung war beschlossen und ich setzte nun auf harte, große Köder. Zwei 20mm Kissen, welche echt schon eine enorme Größe vorwiesen, wurden auf alle Ruten montiert, schließlich brachte auch jede Rute Fisch, ganz gleich ob zwei Meter tief gelegen oder sogar 13 Meter tief.
Die Jungs trafen ein und der Beschluss nach deren Anfangseuphorie war klar, wir wollten es hier weiter probieren, es gab schließlich wahre Giganten. Und seien wir ehrlich, dieser Gedanke strebte nach größerem! Wir wollten unbedingt einen dieser Fische haben! Also wurde das Camp um gefühlte 200qm erweitert. Sascha kam mit Frau und Kind, Rudi mit Freundin. Das muss erst einmal alles untergebracht werden. Stundenlanges Aufbauen, Gewässererkundung, Ruten legen, Kochen, Essen und schon war der erste Tag hinüber.

Das Zwischenfazit

Das Endresultat sah so aus, dass wir nach dem zwanzigsten Fisch aufgehört hatten, diese zu zählen. Topfisch, maximal fünf Kilogramm.
Selten hatte ich so ein Gefühl zwischen Zweifel, aber auch Ausdauerwille! Wir bekamen ja Bisse ohne Ende und wirklich jedes Mal war es bis dato so, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis auch größere Fische unsere Futterplätze annehmen sollten.
Aber spätestens nachdem ich die ersten Ruten warf war die Entscheidung klar, den See zu verlassen! Ich warf sie nicht nur, was schon eher unüblich für mich ist, ich war auch bereits bei einem Hookbait, bestehen aus 3x24mm Boilies! Und ganz ehrlich, ich fing immer noch diese kleinen gierigen Hungerhaken. Mein Haar war nahezu genau so lang wie das eigentliche Vorfach. Verrückt, habe ich noch nicht einmal ansatzweise so erlebt, aber man sieht, dass man nie auslernt!
Wir hatten kaum geschlafen die letzten drei Tage und waren völlig fertig von diesen Fischen, welche im Winter zu tausenden eingesetzt wurden. Leider hatten wir diese Information nicht, es bestärkte jedoch die Entscheidung hier Schluss zu machen!
Da ich im Vorfeld schon ein weiteres Treffen mit einem anderen Freund geplant hatte, beschlossen wir uns in dieser Kombination vorerst zu trennen und ich machte mich auf den Weg, weitere 200km westlich zu fahren. Angekommen am neuen See und an einer fantastischen Stelle, wartete bereits Jan mit seiner Freundin Kati mit einem eiskalten deutschen Bier. Der Tag war zu diesem Zeitpunkt schon perfekt und die Motivation nach dem vierten Bier wieder vollständig auf dem höchsten Level. Nicht das ihr denkt, dass ich demotiviert war bezüglich der vergangenen Tage aber es war schon echt ein Kampf gegen Windmühlen.

[us_single_image image=“14972″ size=“tnail-masonry“ align=“center“]

Keine 45 Minuten später stand dann auch mein provisorisches Camp, da sogar der Bus direkt an der Stelle geparkt wurde. Ein Sonnensegel, befestigt am Baum und Bus war der ideale Schattenspender, denn wir hatten seit Ankunft in Frankreich beständige Temperaturen um die 35 Grad mit endlosem Sonnenschein.

[us_single_image image=“14973″ size=“tnail-masonry“ align=“center“]

Jan und ich beschlossen einen gemeinsamen Futterplatz anzulegen, um hier jeweils zwei unserer vier Ruten später zu fischen. Der Platz wurde also großflächig angelegt und zwei Ruten insgesamt kamen direkt an die Ränder des Platzes. Die anderen Ruten wurden als Fallen in den verschiedenen Tiefen abgelegt und das Warten konnte beginnen. Auffällig schnell waren meine Plätze gefunden, kannte ich den See von vorherigen Trips noch gar nicht. Umso besser, dachte ich mir und öffnete ein weiteres kühles Bitburger.

[us_single_image image=“14974″ size=“tnail-masonry“ align=“center“]

Nach zwei Tagen standen dann zwei verlorene Fische auf meiner Seite und ein kleiner Karpfen bei Jan um die acht Kilogramm zu Buche. Nicht ideal aber das Gefühl war dennoch mehr als positiv, waren Fische in der Nähe unseres Platzes. Und auf einmal ging alles wie von alleine!
Ich bekam auf meine Rute mitten im Holz zwei kleine Töne und sprintete zur Rute. Die Bremse hatte ich nahezu geschlossen und die Rute mit einem Expander zusätzlich gesichert. Jan war direkt hinter mir und so stiegen wir nach kurzem ziehen gemeinsam in die Falte. Der Spot lag nicht allzu weit entfernt, um die 60 Meter. Das Problem war hier jedoch, dass ich in den ersten Sekunden den Fisch vom Holz ziehen musste, was auch gelang. Danach hatte ich um die 30 Meter Zeit, bevor zu meinen Füßen das dichte Krautfeld anfing. Aber mit Jans Hilfe war dies problemlos gemeistert und auffällig schnell gab sich der Fisch geschlagen. Ich rechnete mit einem kleinen bis normal großem Fisch. Aber dann staunten wir beide nicht schlecht als der Fisch an die Oberfläche kam und auch direkt im Kescher landete. Der dicke Bauch und der zusätzlich breite Rücken ließen auf einen richtig guten Fisch schließen. Beim wiegen bestätigte sich dann Gefühl und abzüglich der Schlinge hatte der Fisch ein Gewicht von 22,5kg. Wahnsinn, was ein tolles Tier!

[us_single_image image=“14975″ size=“tnail-masonry“ align=“center“]
[us_single_image image=“14976″ size=“tnail-masonry“ align=“center“]
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Mein Urlaub lief von dort an immer besser an und ich konnte weitere gute Fische an dem See fangen. Auffällig war, dass bis auf den großen Spiegler, alle Fische sich den Ciric Milk haben schmecken lassen. Ohne diesen Boilie fahre ich einfach nicht mehr nach Frankreich, da dies nicht das erste Mal so vorgekommen ist. Im Endeffekt fischte ich in der letzten Woche des knapp 3-wöchigen Trips mindestens drei Ruten mit unserer gelben Köstlichkeit.

[us_single_image image=“14977″ size=“tnail-masonry“ align=“center“]

Unser Futterplatz dagegen enttäuschte uns ein wenig. Wir fingen ab und zu immer mal wieder Fische auf dem Platz aber nicht in der Taktung, wie es bei einem angenommenen Platz sein sollte. Es gibt dazu natürlich nun viele Theorien, persönlich glaube ich das der Platz einfach zu überdimensional groß angelegt wurde. Zwei Fußballfelder waren dies und eigentlich bestand unser ganzer Angelraum aus einem großen Platz. Aber beschweren wollten wir uns nicht, da wir schon gut um die 15 Fische fangen konnten. Vom dicken Spiegler, bis hin zum vollbeschuppten Spiegler oder aber langem Schuppi war einfach alles dabei.

[us_single_image image=“14978″ size=“tnail-masonry“ align=“center“]

Mittlerweile waren auch Sascha und Rudi mit ihren Frauen und dem Kleinen am See angekommen und auch bei ihnen lief es zu Anfang richtig gut. Sie saßen weiter oben im tieferen Teil des Sees, knapp vor der Staumauer. Immer mal wieder besuchten wir uns und versorgten die Camps mit neuem frischen Gut aus den französischen Supermärkten. In einem Besuch sprach ich mit Sascha was den weiteren Plan anging. Wir verabredeten uns, die letzten Tage wieder zusammen zu fischen und fassten einen See ins Auge, welcher eigentlich auf unserer Liste an höchster Stelle stand. Rudi musste leider abreisen und keine 24 Stunden später kam ich am neuen See an.
Rückblickend waren die knappen neun Tage mit Jan und Kati nahezu perfekt gelaufen und Jan fing nach meiner Abreise noch richtig geile Fische! Was heißt eigentlich nahezu, ich würde sogar sagen, dass ich kaum eine andere Woche in der Vergangenheit hatte, die so viel Spaß gemacht hatte.

[us_single_image image=“14979″ size=“tnail-masonry“ align=“center“]

Aber nun war ich ja bereits am letzten der drei Seen angekommen und spekulierte auf eine gewisse Stelle, die wir aus der Vergangenheit bereits kannten und welche eigentlich immer gut bis sehr gut lief. Ehrlich gesagt hatte ich wenig Hoffnung diese Stelle auch zu bekommen, da diese immer wieder stark frequentiert von Anglern aufgesucht wurde. Dazu kam die Kombination der französischen Sommerferien und der See wimmelte nur so von Wasserverrückten. Da Sascha erst am Folgetag anreisen wollte, lief ich also den Wald hinunter, in der Hoffnung auf kein sichtbares Zelt auf der Stelle. Und auch dieses Mal klappte alles perfekt und niemand saß auf der Stelle.
Die Nachricht wurde wieder Mals übergeben und die Freude am Ende der Leitung war deutlich merkbar. Saschas Plan war von Anfang an ein letztes Mal den See zu wechseln um seine letzten zehn Tage in vollen Zügen zu genießen!

[us_single_image image=“14980″ size=“tnail-masonry“ align=“center“]

Mein Set-Up inklusivem Tackleberg stand gewohnt schnell und Spots brauchte ich nicht lange suchen, da ich in der Vergangenheit bereits gut laufende per GPS abgespeichert hatte. Die erste Dunkelheit brach also herein und das Wetter änderte sich auch leicht. Wir hatten zuvor an beiden Seen nie eine Tagestemperatur von unter 30 Grad, dort in den Bergen jedoch fiel die Temperatur bis auf angenehme 22 Grad und einem nahezu idealen Luftdruck.
Die erste Dunkelheit brach also herein und ich legte mich ungewohnt früh hin um die Abendstimmung in den vollsten Zügen zu genießen. Schnell war ich eingeschlafen und wurde leider auch nicht so schnell wieder wach. In den ersten Sonnenstunden des zweiten Tages dann aber ein Dauerton, der mich von der Liege regelrecht umhaute. Die Kombination aus Schlaftrunkenheit und dem plötzlichen Adrenalinschub endete in einem kurzen Schwindel und einer nicht angenehmen Gesichtsbremse. Was ich jedoch schnell bemerkte war der durchaus kräftige Gegner, der ruhig und unbekümmert in die tieferen Bereiche des Sees tauchte. Ich brauchte für meine Verhältnisse echt lange um den Fisch in den Kescher zu bekommen aber es glückte ein weiteres Mal, ohne Probleme.
Knapp 20kg hatten sich wieder den Ciric Milk in Kissenform schmecken lassen. Getoppt mit einem Pop-Up unseres Silkworm, lief auch diese Kombination wie geschnitten Brot. Da lag er nun vor mir, wieder ein richtig guter Fisch aber weit und breit kein Mensch in Sicht, der ihn mir hätte fotografieren können. Ich wartete eine Stunde lang auf irgendjemanden, der unterstützen konnte, jedoch ohne Erfolg. Auf Sascha wollte ich nicht warten, der gegen Mittag ankommen wollte. Die Wassertemperatur von knapp 28 Grad trug dann schnell zur Entscheidung bei, den Fisch kurz per Video abzufilmen. Mein Stativ hatte ich kurz zuvor mit dem Hinterreifen des drei Tonnen schweren Busses über den Jordan geschickt.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Gegen Mittag kam dann auch endlich Sascha mit der restlichen Familie am See an und meine letzten zwei Tage konnten eingeläutet werden. Sascha hatte noch eine weitere Woche Urlaub und setze alles daran den Platz zum Laufen zu bekommen. Wir teilten unsere Ruten diesen mal jedoch nicht auf und er entschied sich für die linke Seite des Platzes.
Nach dem gefangenen Fisch bei mir, blieb es die nächste Zeit ruhig und ich vertrieb mir die Zeit mit meinen Freunden beim Rotaugen stippen. Auffällig war, dass Sascha in unserer Stipp-Zeit regelmäßig zu seiner Linken laufen musste. Er hatte mit seinem Riecher und der Kombination aus dem WC20 und Essential Orange alles richtig gemacht und bekam ab seiner Ankunft regelmäßig Bisse.
Meine letzten Tage gingen dann leider ohne weiteren Erfolg zu Ende aber Sascha hing mit seinen Plätzen vollkommen im Fisch. Er versorgte mich nach meiner Abreise mit weiteren Bilder, die einem zum Staunen brachten. Viele gute Fische über 15kg und einige sogar über 20kg landeten in den Maschen seines Keschers!
Abschließend möchte ich mich bei allen Beteiligten dieses Trips herzlich bedanken und freue mich noch immer über einen weiteren, unvergesslichen Trip in unser schönes Nachbarland. Ein besonderer Dank geht an Thomas Roll, der mich abermals mit den besten Ködern ausstattete, was durch den Fang der ganzen Fische bestätigt wurde. Speziell unsere gelbe Macht muss die Tage unbedingt wieder geordert werden.

Haltet alle zusammen in dieser aktuell schweren Zeit und genießt dabei das geilste Hobby was es gibt!

Jonas Hillebrands

[us_single_image image=“14981″ size=“tnail-masonry“ align=“center“]
Vorheriger Beitrag
Der Bootsblog 3: Jetzt läufts – by Patrick Buhr
Nächster Beitrag
Freedom is never given; it is earned – by Franz Rettenbacher

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren.

Menü
Öffne WhatsApp
Wie können wir dir helfen?
Chatte mit uns …
Hallo, hast du eine Frage an uns? Dann schick uns einfach hier eine WhatsApp.
preloader