Auf die Schnelle – by Andreas Marquardt

Auf die Schnelle

Wie bei so Vielen in der heutigen Zeit, lässt auch bei mir Familie und Beruf nur selten Zeit für mehrtägige Sessions zu. Das Einzige was bleibt, um trotzdem zu Fischen, sind die berühmten „schnellen Nächte unter der Woche“. Mittlerweile habe ich mich nicht nur an diese Art des Angelns gewöhnt, sondern sehe darin eher Vor- als Nachteile! Der größte Vorteil ist mit Sicherheit der geringere Angeldruck, der unter der Woche an den meisten unserer Gewässern herrscht. Einer der Nachteile ist, dass keine Zeit bleibt, die Fische zu suchen bzw. auszusitzen. Letztlich bleiben nur zwei Möglichkeiten, um trotzdem in der knappen Zeit schnell an Fisch zu kommen. Entweder man kennt das beangelte Gewässer genau, und weiß wo die Fische zu welcher Zeit zu finden sind, oder man nutzt einen klassischen Futterplatz.

Da mir persönlich aber selten länger als 10-12 Stunden am Wasser bleiben, ist es gerade auf großen Futterplätzen oftmals schwierig den angestrebten schnellen Biss zu bekommen. Viele gehen nun den Weg den Hakenköder besonders „attraktiv“ zu machen. Das funktioniert in vielen Fällen auch recht gut, aber bekanntermaßen reagieren gerade alte oder stark beangelte Fische oftmals empfindlich auf derart auffällige Köder. Nicht selten ist morgens der Hakenköder das Einzige was noch am Futterplatz zu finden ist.

Ich gehe daher seit einiger Zeit einen anderen Weg, um die Fische gezielt auf den Teil des Futterplatzes aufmerksam zu machen auf dem auch mein Hakenköder liegt. Dabei nutze ich vor allem feine und flüssige Zutaten, die die Karpfen zwar in den entsprechenden Bereich locken, ihnen aber nicht wirklich Nahrung bzw. Futter bieten.

Und so sieht das Ganze aus!

Wie genau ich da vor gehe beziehungsweise was ich genau benutze, habe ich auf den folgenden Bildern zusammen gestellt.

Als Erstes zerkleinere ich Boilies der auf dem Futterplatz verwendeten Sorte.

Dazu kommen einige Partikel, um das Ganze etwas lockerer zu machen, sodass die Futterballen am Grund schneller zerfallen. Das Wichtigste aber ist eine ordentliche Portion des passenden Liquid. Für mich gilt hier auf jeden Fall das Motto „viel hilft viel“!

Als Letztes wird die Futtermischung mit dem entsprechenden Groundbait ergänzt.

Anschließend wird das Ganze gut vermischt. Dabei wird so lange Groundbait zugegeben bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Zum Schluss wird das Ganze in Futterbälle geformt. Dabei achte ich darauf, dass die Größe so ausfällt, das auch bei eventueller Benutzung eines Futterbootes das Ganze problemlos durch die Futterluken passt.

Schon beim Waschen der Hände wird deutlich wie die Mischung im Wasser geradezu explodiert! Wie muss das dann erst unter Wasser aussehen, wenn sich einige der vorbereiteten Bälle durch Strömungen oder (im besten Falle) Fischaktivitäten auf dem Futterplatz verteilen..

Beim Ablegen der Ruten werfe ich nun drei bis vier dieser Bälle genau auf den Hakenköder. Hinzu kommen einige Base Mix Pellets aus der entsprechenden Köder Range und eine kleine Anzahl Boilies.

Jetzt kann ich mir ziemlich sicher sein, dass die Fische recht schnell die richtige „Ecke“ des Futterplatzes anschwimmen. Und auch die erfahrenen Karpfen werden keinen Unterschied zwischen meinen großflächig gefütterten Boilies  und dem Hakenköder feststellen können, da es schlicht und ergreifend keinen gibt!

Wann immer möglich präpariere ich den Futterplatz bereits am Nachmittag zum Beispiel beim obligatorischen Spaziergang mit meinem Hund, sodass ich bei der zumeist recht späten Ankunft am Wasser nur noch die Ruten präzise ablegen muss. Am Schnellsten und unkompliziertesten geht dies natürlich mit einem Futterboot. Montage, drei bis vier Futterbälle und einige Pellets ins Boot und ab gehtˋs..

Zumeist bereite ich das Futter aber nicht am Wasser, sondern bereits zu Hause zu. Hier mache ich immer gleich eine größere Menge fertig und friere das Ganze als die beschriebenen Futterbälle ein. Am Angeltag nehme ich dann nur die benötigte Menge aus dem Gefrierfach. So ist es auch nie ein Problem spontan oder noch sehr spät zum Angeln zu fahren, da Futtertechnisch immer alles vorbereitet ist. Das restliche Tackle ist ohnehin die ganze Saison im Auto. Aber außer der Zeit spare ich vor allem Gewicht und Volumen, da ich immer nur die wirklich benötigte Menge an Futter mit zur Angelstelle nehmen muss.

Und keine Angst, auch gefroren gehen die Futterbälle unter. Einmal im Wasser taut das ganze dann in Windeseile auf.

Nicht nur die Kleinen lassen sich so „Auf die Schnelle“ zum Köder locken!

Ich kann Euch nur empfehlen das Ganze mal selbst zu Testen, denn wie sagt man so schön?

„Versuch macht klug“!

Euer Andreas

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